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Drei
Thesen zum heutigen Schützenwesen
1.
In unserer modernen Zeit brauchen und suchen Menschen, aber vor allem die
jungen Menschen Haltepunkte und Orientierungshilfen.
Traditionen und Brauchtum können solche festen Größen sein, die ein Gefühl
von Geborgenheit und Sicherheit vermitteln.
Die Leitsätze der Schützenbruderschaften von Glaube, Sitte und Heimat sind
hierbei eine feste „Fleischeinlage“ in einem ansonsten eher
geschmacksneutralem Eintopf zeitgeistiger Beliebigkeiten.
Im selben Maße, in dem heute Traditionen abgebaut werden, um immer moderner
und damit attraktiver zu wirken, verliert man an Zulauf und hat auf kurz
oder lang ein Nachwuchsproblem.
Traditionsbewusste Vereine dagegen haben eine Zukunft.
Nicht, weil sie ewig gestrig sind, sondern ganz im Gegenteil in der
Gegenwart standhaft sind.
Aber auch Schützenbruderschaften sind dem Gesetz des Wandels unterworfen.
Dieses aber ist für sie kein Selbstzweck. Es wird hier auf einer soliden
Basis jahrhundertealter Erfahrung entwickelt und gearbeitet, wobei die
Pflege der Gemeinschaft und Brüderlichkeit nicht vernachlässigt wird.
2. Brauchtum ist also nicht starr, wenn auch die Regeln des Miteinanders
überliefert sind. Alles, was erstarrt ist, zerbricht nach einiger Zeit.
Die lange Geschichte des Brauchtums hingegen spricht ein deutliches Urteil
über seine Unzerbrechlichkeit. Sie ist also Beleg für die Flexibilität in
der Standhaftigkeit.
Das flüchtige hat keine Zukunft – es läuft vor ihr davon! Brauchtum
entwickelt sich nach den Bedürfnissen und Sichtweisen der Menschen.
Trachten und Traditionen stehen dabei für ein äußerliches Bekenntnis zur
Gemeinschaft.
3. Kernbegriffe des Miteinanders sind Freunde und Freude.
Solange es Spaß macht, mitzumachen, solange es Freunde gibt, die
zusammenstehen, hat Brauchtum Bedeutung über das fröhliche Feiern hinaus.
Diese Art des zwischenmenschlichen Erlebnisses stärkt zugleich die Fähigkeit
zu sozialem Handeln und dies nicht nur Brüdern und Schwestern gegenüber.
Wohlverstandenes Brauchtum erschöpft sich aber auch nicht in ritualisiertem
Verhalten, sondern geht weit darüber hinaus!
Aus der Sicherheit des Bodenständigen (der Heimat), aus der Festigkeit der
Überzeugung (dem Glauben) entsteht die Befähigung und Verpflichtung zum
sittlichen Handeln.
Nie zuvor war dies so wichtig und wertvoll wie
heute!
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